Lineup:
Eugen Balanskat (voc),
Marcel Hofer (dr, voc),
Andreas Welfle (bg, voc),
Andreas Kupsch (git, voc),
Christoph Buntrock (git, voc)

Texte: Eugen Balanskat

(C) 1988 AMIGA 1

UNMUT

Nein, ich werd es niemals lassem,
meinen Unmut rauszuschrei´n.
Was wir lieben, was wir hassen
soll nicht in uns begraben sein.

Und werd ich auch nichts erreichen,
bist die Welt in Flammen steht,
niemals will ich jenen gleichen,
der nur für sich selber lebt.

Älter wird man automatisch,
weil das Leben ständig weitergeht.
Bewahr die Power, werde nie apathisch,
wer sich aufgibt, der vergeht.

Welten drehen sich um Sonnen,
und der Geist im Universum kreist.

Wenn die Lebenszeit verronne,
bleibt erhalten was man weiß.

Sphärenklänge überall,
teil sind wir dieser Sinfonie,
und krepiert der ganze Erdenball,
ist im Arsch die Harmonie.
Doch so lange werd ich es nicht lassen,
meinen Unmut rauszuschrei´n.
Was wir lieben, was wir hassen,
soll nicht wie wir begraben sein.



JAJAJA

Immer treu und redlich sein, dann kann auch
nicht sehr viel gescheh´n.
Kräfte messende Gewalten,
alles wirst du übersteh´n.
Laß den Mantel windwärts flattern,
wieg dein Glück in Sicherheit,
schneckenaufrecht ist dein Gang, schon dreitausend Jahre lang.


Kann der Wind sich dreh´n? Jaja!
In´s Gesicht ihm weh´n? Jaja!
Kann Gefahr entsteh´n? Jaja!
Wird er windwärts geh´n? Ja! Jajaja, jajaja!

Schrebergarten und Kanickel, da erwacht die Seeligkeit,
Kindersegen, stille Liebe, ruhe sanft in Ewigkeit.
Friede, Freude, Eierkuchen wer nicht lebt, bleibt immer tot.
In der Stickluft solcher Welten, mensch, da packt mich Atemnot

Chorus

Großes macht ihr für Kloaken, andres produziert ihr nicht.

Die Verrenkung eurer Seeln steht im feisten Angesicht.
Dummheit ist nicht totzukriegen, spießig geht die Welt zur Ruh,
alles Reden Magenwinde, Hoffnung stirbt bald völlig aus.

Chorus

So Viele wollen mit dem Arsch an die Wand,
Schleimer und Kriecher gibt´s in jedem Land.
Die erste Bürgerpflicht sind Ordnung und Ruh,
schlaf gut und mach die Augen nur fest zu.

Immer treu und redlich sein, dann kann auch
nicht sehr viel gescheh´n.
Kräftemessende Gewalten, alles wirst du übersteh´n.

Laß den Mantel windwärts flattern,
wieg dein Glück in Sicherheit,
schneckenaufrecht ist den Gang, schon dreitausend Jahre lang.


Pierre und Luce

Der Himmel war so blau, ein herlich milder Tag,
Paris im Winderkleid, zu schön um wahr zu sein.

Ein Schuß zerriß die Luft, der Feind war tief
im Land,
der Krieg im vierten Jahr, die Welt im ersten Brand.

Bombenterror aus der Luft, und alle wollten schnell entflieh´n,

abgetaucht im Untergrund, da sah er sie und sie sah ihn.

Pierre und Luce die wollten doch nur glücklich sein,
Pierre und Luce der Krieg ließ ihnen keine Zeit.

Explosionen und Geschrei, da nahm er angstvoll ihre Hand,
wenig später, alles vorbei, er sah nur noch wie
sie entschwand.

Chorus

Als er sie dann wieder sah, brach sich die Liebe wortreich
Bahn.
Beide waren sich so nah, doch Kinder noch, nicht Frau
nicht Mann.

Chorus

Sie wollten sich erstmals einen, es wurde aber nichts
mehr daraus.
Todesvögel warfen ihre Last und eine Bombe, sie
traf das Haus.

Chorus

DADA IN BERLIN

Wieland Herzefelde,
Richard, Georg und John,
1920 in Berlin.
"Die Kunst ist tot !",
so riefen sie aus,
sie suchen einen neuen Ismus,
DaDa kam heraus.

Ref: DaDa, DaDa in Berlin...

DaDa war Protest
gegen jede Konvention,
in Kunst und Politik,

in jeglicher Region,
denn alles was erstarrte,
das war bekämpfenswert,
der Bürger voll Behaglichkeit
wurde aufgestört.

Chorus

Wie es damals war,
so konnte es nicht bleiben.
Sie wollten die Gesellschaft
zersetzend vorwärtstreiben.
DaDa war politisch,
war revolutionär,

doch nach ein paar Jahre,
gab´s davon nichts mehr.

Chorus

"Hände weg von der heiligen Kunst !",
riefen alle Gegner des DaDaismus,
Hände weg von der heiligen Kunst,
in der Weimarer Zeit
roch es schon nach Faschismus

Chorus