Lineup:

Eugen Balanskat (voc),
Mathias Kahle (bg; voc),
Lars Rudel (git; voc),
Jan Fretwurst (git; voc),
Ulli Kusch (dr)

Texte: Eugen Balanskat außer "Ein Lied..." Ernst Neubach, Titel
9 Rainer Maria Rilke
Verlag: Wintrup Musikverlag

(C) & (P) 1993 Our Choice, a division of Rough Trade Rec. Gmbh

 


EIN LIED...

 
Ein Lied geht um die Welt,
ein Lied, daß euch gefällt.
Die Melodie erreicht die Sterne,
jeder von uns hört sie so gerne.

Von Liebe singt das Lied,
von Treue singt das Lied.

Und es wird nie verklingen,
man wird es ewig singen,
fliegt auch die Zeit -
das Lied bleibt ewigkeit.

Wer hat noch nie vom Glück geträumt
wenn der Winter abschied nahm?
Wer hat noch nie verliebt geträumt
immer wenn der Frühling kam?

Denn in uns allen ruft die Sehnsucht
nach dem einen, von dem wir meinen das
wär das Glück, die große Liebe.


Ref.: Ein Lied...

WIDERSTAND

Jeden Morgen immer wieder,
hoere ich die alten Lieder,
grosse Stimmen laengst vergangener Zeit.
Frage mich: "Wie soll das enden,
wird das Blatt sich einmal wenden,
leb ich nur noch in Vergangenheit?"

Aus vorbei, lange her,
aus, vorbei,
eure Tour die zieht nicht mehr.

Lichtermeer Kerzen in aengstlicher Hand,
zu meinen es waere damit dann genug,
perfekt gesteuerte Trauer im Land,
haltet die Kerzen fuer diesen Betrug


Aus, vorbei...

Immer aufs Neue versuch ich zu leben,
die sorglose Zeit ist vorbei.
Will mich im Alltag nicht kampflos ergeben,
die Gleichgueltgkeit macht nicht frei.

Glaub nicht an Morgen, ich will schon das Heute.
Friedlich oder militant, wichtig ist der Widerstand.
Eure Tour die zieht nicht mehr.

Und das Geld, das Herz der Staedte
bringt uns immer mehr in Noete,
schachern, die Devise unsrer Zeit.
Der Betrug geht ueber alles,
ihr verfuehrt uns keines Falles.
Ruecken wir zusammen-kampfbereit!

Ref.:...
 

OHNMACHT

Tage, Wochen, lange Jahre
ständig lächelndes Gesicht,
hör auf, was solls
der Maske glaub ich nicht.
Immerzu spielst du den Macher,
lächerlich mitanzusehen,
egal, was solls,
die Show wird weitergehn.

Ref: Wirf ab, in deiner Ohnmacht
diese Verlogenheit!

Wirf ab, in deiner Ohnmacht
den ganzen Dreck der Zeit!

Selbstdarstellung ist fast alles
wer betrügt gewinnt vielleicht,
na und, und dann
ist doch lange nicht viel erreicht.
Außen nett und innen faul,
diese Bome tickt auf Zeit,
du glaubst das bringt
die Überlegenheit.

Ref: ...

Wo hört es auf und wo fing es mal an?
das war am Anfang nicht zu übersehn,

man glaubt man lebt und stirbt langsam daran,
von seinem eigenen Weg abzugehn.

Stanz ein Lächeln ins Gesicht,
du bleibst nur ein falscher, Wicht
was solls, na klar,
das ist zu überstehn.
Pfeif auf euch ihr könnt mich alle
mondscheinmäßig allemal,
na klar, na klar ihr seid so schön banal.

Ref: ...

Zwischentext

Ref: ...

 

VOM WINDE VERWEHT

Stürzt auch der Himmel ein,
was sollte mich das plagen.
Bin sowieso allein,
schon viel zu lange Zeit,
das ganze Alltagsgrau
hat dann ein jähes Ende,
kaum jemand fällt mir ein,
um den ich´s schade fände.


Ref: Sind wir todgeweiht, am Ende des Wegs?
All unsre Hoffnung vom Winde verweht.

Der geile Technikwahn
treibt uns dem Ziel entgegen,
wir nehmen lachend teil,
ja, uns gefällt das Spiel.
Wir wollen immer mehr,
im Todeskampf verwegen,
am Ende wissen wir,
es war das falsche Ziel.

Ref: ...

Ach dieser Paarungsdrang mit vielen kleinen Kindern,
hört denn das niemals auf,
sind wir den alle blind?
Den Abgang dieser Welt

wird keiner mehr verhindern,
wir warten nur darauf,
daß sie in Stücke springt.

Ref: ...
 

WHAT CAN I DO 2

Gibt es Leben ohne Zahl,
starb gewiß schon viele Male?
War das immer nur ein Traum,

Worte fassen das wohl kaum!?
Die Welt ist nicht wie sie erscheint,
wir, nur als Versuch gemeint!?
Körper schließen Seelen ein!?
Geist will ungebunden sein!?

Über den Wolken, dem Himmel dem weiten,
in endlosen Fernen, da leuchtet ein Stern.

Es fällt uns viel zu selten ein,
besser als trivial zu sein.
Wo kam ich her, wo geh ich hin?
Was ist der wahre Lebenssinn?
Scheinbar endlos rinnt die Zeit,
Zeit
glaub daran und bin bereit

zu warten,
seh ich die Sonne in der Nacht,
Nacht
ist der Anfang schon gemacht,
der Anfang!?

Ref: Frag mich immer wieder,
what can I do?

Über den Wolken, dem Himmel dem Weiten,
in endlosen Fernen erleuchtet ein Stern die Seelen.

Ref: ...
 

SCHWARZE BOTEN

Verinnerlicht ist das Gefühl

der Ohnmacht, wo man leben will.
So ausgegrenzt auf Lebenszeit
kocht leicht die Wut aus Bitterkeit.
Abgeschoben an den Rand,
im sogenannten Heimatland,
vergeht im Frust die Toleranz.
Ein andres Spiel beginnt!

Ref.: Es ist soweit, ich fühle den Sturm,
schwarze Boten einer anderen Zeit,
junges Leben vom Alten bedrängt,
wird tabulos und zu allem bereit,
rituelle und brutale
schwarze Boten einer anderen Zeit.

Keine Lobby, hoffnungslos
bespitzelt vom Politkoloß

in solcher Überlebensnot,
wird Gewalt der neue Gott.
Denken nur noch im Extrem,
behaupten oder untergehn,
kniend leben angepaßt-
aufrecht und gehaßt.

Horror ist fast jeder Tag,
es sitzt die Angst fest im Genick,
die Lüge vom "Schlaraffenland",
auch nur ein Taschenspielertrick.
Dem Größenwahn im Rausch der Macht
und ignoranten Herdenvieh,

wird Feuer unterm Arsch gemacht,
ein Schock der Angst wie nie.

Ref.: ...
 

HOFFEN UND HARREN...

Kaum war die Kindheit verloren,
fing es gleich an, der Trouble begann.
Er wurde als Verlierer geboren,
jedoch das Blatt mal zu wenden,
ja, er glaubte daran.
Zog in die endlose Ferne,
von der Weite der Welt,
da erhoffte er viel,
sehnsuchtgetriebenes Wesen

fand Erfüllung nicht hier
und auch nirgends ein Ziel.

Ref.: Alles wird gut hat er gehofft,
doch sein Leben lief nicht so.
Alles wird gut, sagte er oft
aber nein es war nicht so.

"Einmal bekomm ich die Change,
etwas zu tun, für Wohlstand und Ruhm.
Für Liebe und lockeres Leben
sind doch so viele bereit, eine Menge zu tun."
Immerfort währt dieser Glaube,
wenn man nur will, ja dann bekommt man es hin.
Niemand kann die Zuversicht rauben,

alle Sehnsucht allein hat die Erfüllung im Sinn.

Ref.: ...

Träumte von schöneren Tagen,
so viele Jahre lang,
der Glaube half imh alles zu ertragen,
im Angesicht des Untergangs.
Selbst kurz vor dem Ende
gab er die Hoffnung nicht auf,
verscharrt irgendwo in der Fremde,
sicher ging er fluchend drauf.

Ref.: ...

doch es wurde niemals so.
 

TAGE

Egal wohin ich geh,
ich kotze nur noch rum,
wenn ich euch alle seh,
dreht sich mein Magen um,
das Leben sowieso
ist mir beinah egal,
und niemand schert sich drum,
wenn ich zur Hölle fahr.

Ref: Leben bis zum bittren Ende,
erst der Tod bringt eine Wende.

Ich bin verliebt in dich,
hab ich so oft erzählt,

doch leider innerlich,
hat das Gefühl gefehlt.
Das ganze Glücklichsein,
ist doch nur Selbstbetrug,
es höhlt uns langsam aus,
davon hab ich genug.

Ref.: ...

Wen kümmert schon die Welt,
wer kümmert sich um mich?
Ich sitz im Dauerdreck
und Mitleid gibt es nicht,
wenn du das anders siehst,

ist mir das so egal,
ein Jeder trägt sein Kreuz,
das ist doch ganz normal.

Ref.: ...

Der Himmel über uns
soll voller Sterne stehn,
wir leben hier und jetzt,
doch selten angenehm.
Der ganze Weltenraum
kann mir gestohlen sein,
samt jeder Religion,
bin gottlos und allein.

Ref.: ...

R.M.R.

Fürchte mich so sehr,
vor der Menschen Wort.
Sprechen alles deutlich aus,
jener Hund und jenes Haus.

Hier ist der Beginn,
und das Ende das ist dort.
Bannt mich auch ihr sinn,

dieses Spielen mit dem Spot.

Alles wissen sie,
was da wird und was mal wahr.
Nichts mehr wunderbar,
grenzen gerade so an Gott.

Warne bleib doch fern,
Dinge singen hör ich gern.

Was ihr anrührt wird gleich Stumm,
ihr bringt alle Dinge um.

CAMILLE CLAUDE

Sie war schön und jung an Jahren,
er war ein reifer Mann,
und sein Ruhm ging über Grenzen,
oh, sie betete ihn an,
aber nicht von langer Dauer,
bald kam es zum Streit,

waren sie erst eng verbunden,
wurde er ihr ärgster Feind.

Ref.: Hej, Rodin kannst du mich hörn?
Ja, ich glaube fest daran,
du hast Schuld an ihrem Leid,
das nach eurem Bruch begann.
Groß und wahr erscheint dein Werk,
doch als Mensch warst du wohl klein,
Ruhmessucht und Eitelkeit
ließen dich nicht menschlich sein.

Sie gab alles,
Kunst und Liebe,

ihr Vertrauen obendrein,
gegen alle
Konventionen
rückhalt- und tabulos sein.
Seine ausgebrannte Leere
fand Ideen und Kraft bei ihr,
heute preist man seinen Namen,
doch bezahlt hat sie dafür.

Ref.: ...

SCHWERE ZEITEN

Leckt uns doch alle,
gehn unsern Weg allein,
hilft auch nicht einer,

wird werden härter sein.
Fast immer niemand da,
nicht Männer, keine Fraun,
bleibt uns vom Leibe,
bittet nicht um Vertrauen.

Das schwere Leben
wird doch zu ändern sein,
sehn keine Chance,
das ist nicht zu verzeihn,
den Schönen, Reichen,
vom Elend unberührt,
Vergeltung ist gewiß,

daß euch die Seele friert.

Geht es auch dreckig,
stellt sich die Frage Schuld.
Das Schaf im Leben
benötigt viel Geduld.
Das wird geändert,
zum wahren menschlich sein,
Verhinderungsversuch,
den könntest du bereun.

Ref.: Schwere Zeiten kommen und gehn,
glaub daran sie zu überstehn,

in der Dunkelheit ist noch Licht,
unsren Willen tötet ihr nicht.

Wiederholung Strophe 1

Leckt uns doch alle,
wer könnte den verstehn?
Folgen dem eigenen Stern,
nie wird er unergehn.
Das Maß der Dinge,
es kann nicht irdisch sein,
und erst am Ziele,
gibt es vielleicht verzeihn.

Ref.: ...
 

MEGAMASCHINE

Megamaschine
läuft volle Kraft,
sinnlos zu fragen,
wohin diese Reise geht.

Nur Visionen und kein Plan
es einmal anders zu probiern.

Sklavisches Dasein,
Maschinenmacht,
ein neuer Fetisch,
der tötet und Sinn bewegt.

Es drängt die Zeit,

der Abgrund naht,
Megamaschine
läuft rasender mit jedem Tag.

Ref.: 2x

Wohlstandsverführt
schon viel zu lang,
gut funktioniert,
und konsumiert,
Produkt der
Ignoranz
und nichts wird
werden wie es war.
Wer nimmt sich raus?
Wer ist dabei?
Wer widersteht?

Wer macht sich frei?

Megamaschinenzeit
läuft gegen die Natürlichkeit.
Systemkonform
voll integriert-
Mutantensaat,
die pervertiert,
die Drachensaat gedeiht,
in uns da lauert die Gefahr.
Wer stoppt die Macht?
Wer bremst das Geld,
rettet Leben,
rettet die Welt?

Sturz ins Chaos
die letzte Chance?

Das ist das Ende
der Gier, die den Geist verklebt.

Ref.: 2x