Lineup:

Eugen Balanskat (voc),

Rudi E. (git; voc),
Christoph Zimmermann (bg; voc),
Jan Fretwurst (git, voc)
Gast : Andy Laaf (dr)

Texte: Eugen Balanskat except "Ein Lied" Ernst Neubach
Verlag: Wintrup Musikverlag

(C) & (P) 1994 Our Choice, a division of Rough Trade Rec. Gmbh

Pierre und Luce

Der Himmel war so blau, ein herlich milder Tag,

Paris im Winderkleid, zu schön um wahr zu sein.

Ein Schuß zerriß die Luft, der Feind war
tief im Land,
der Krieg im vierten Jahr, die Welt im ersten Brand.

Bombenterror aus der Luft, und alle wollten schnell
entflieh´n,
abgetaucht im Untergrund, da sah er sie und sie sah
ihn.

Pierre und Luce die wollten doch nur glücklich
sein,
Pierre und Luce der Krieg ließ ihnen keine
Zeit.

Explosionen und Geschrei, da nahm er angstvoll ihre
Hand,
wenig später, alles vorbei, er sah nur noch
wie sie entschwand.

Chorus

Als er sie dann wieder sah, brach sich die Liebe wortreich
Bahn.
Beide waren sich so nah, doch Kinder noch, nicht
Frau nicht Mann.

Chorus

Sie wollten sich erstmals einen, es wurde aber nichts
mehr daraus.
Todesvögel warfen ihre Last und eine Bombe,
sie traf das Haus.

Chorus

TAGE

Egal wohin ich geh,
ich kotze nur noch rum,
wenn ich euch alle seh,
dreht sich mein Magen um,
das Leben sowieso
ist mir beinah egal,
und niemand schert sich drum,

wenn ich zur Hölle fahr.

Ref: Leben bis zum bittren Ende,
erst der Tod bringt eine Wende.

Ich bin verliebt in dich,
hab ich so oft erzählt,
doch leider innerlich,
hat das Gefühl gefehlt.

Das ganze Glücklichsein,
ist doch nur Selbstbetrug,
es höhlt uns langsam aus,
davon hab ich genug.

Ref.: ...

Wen kümmert schon die Welt,

wer kümmert sich um mich?
Ich sitz im Dauerdreck
und Mitleid gibt es nicht,
wenn du das anders siehst,
ist mir das so egal,
ein Jeder trägt sein Kreuz,
das ist doch ganz normal.

Ref.: ...

Der Himmel über uns
soll voller Sterne stehn,
wir leben hier und jetzt,
doch selten angenehm.
Der ganze Weltenraum
kann mir gestohlen sein,
samt jeder Religion,

bin gottlos und allein.

Ref.: ...

HOFFEN UND HARREN...

Kaum war die Kindheit verloren,
fing es gleich an, der Trouble begann.
Er wurde als Verlierer geboren,
jedoch das Blatt mal zu wenden,

ja, er glaubte daran.
Zog in die endlose Ferne,
von der Weite der Welt,
da erhoffte er viel,
sehnsuchtgetriebenes Wesen
fand Erfüllung nicht hier
und auch nirgends ein Ziel.

Ref.: Alles wird gut hat er gehofft,

doch sein Leben lief nicht so.
Alles wird gut, sagte er oft
aber nein es war nicht so.

"Einmal bekomm ich die Change,
etwas zu tun, für Wohlstand und Ruhm.
Für Liebe und lockeres Leben
sind doch so viele bereit, eine Menge zu tun."

Immerfort währt dieser Glaube,
wenn man nur will, ja dann bekommt man es hin.
Niemand kann die Zuversicht rauben,
alle Sehnsucht allein hat die Erfüllung im Sinn.

Ref.: ...

Träumte von schöneren Tagen,

so viele Jahre lang,
der Glaube half imh alles zu ertragen,
im Angesicht des Untergangs.
Selbst kurz vor dem Ende
gab er die Hoffnung nicht auf,
verscharrt irgendwo in der Fremde,
sicher ging er fluchend drauf.

Ref.: ...

doch es wurde niemals so.

DEUTSCHLAND HALT`S MAUL

Deutschland halt's Maul,
nun hast du es geschafft,
vergrößert sich die Macht,
vergrößert sich dein blödes Wertgefühl.

Halt's Maul
und laß die Welt in Ruh,
ein fetter Sack bist du,
der immer wieder nach den Völkern greift.

Deutschland halt's Maul,
und laß die Fremden hier,

sie brachten Reichtum dir,
und nun auf einmal heißt es stören sie.
Halt's Maul
laß deinen Größenwahn,
fang nich schon wieder an,
zu träumen vom Besitz der Welt.

Deutschland halt's Maul,
und denke stets daran,
daß man auch scheitern kann,
wenn man sich überlegen fühlt.
Halt's Maul
und bleibe schon zu haus,

sonst ist's bald wieder aus
mit deiner blöden Großmachtträumerei

Ja wer das Geld hat, hat die Macht,
denkt sich das miese Bonzenschwein,
doch wenn es unter'm Auto kracht,
dann hilft es gar nichts reich zu sein.

Halt's Maul
die Terrorjagt fängt an,
Gesinnungsschnüffelei'n
der Staat trainiert schon seine Staatsgewalt.
Halt's Maul
und denke auch daran,
daß man sich wehren kann,

wenn es um's überleben geht.

DER RUFER IN DER WÜSTE SCHWEIGT

Oh diese tiefe Traurigkeit,
nun wird es bald gescheh´n
Die schwarzen Vögel hör ich schrei´n,

die Welt wird untergeh´n.
Der Rufer in der Wüste schweigt,
vergeblich war die Müh.
"Nun walte Schicksal", denkt er noch
bevor ich weiterzieh.
Der Rufer in der Wüste schweigt,
der Rufer in der Wüste schweigt,

der Rufer in der Wüste schweigt,
vergeblich war die Müh.
Der Zorn der Welt ist wild entflammt
in nie gekannter Wut.
Das Alte wurde überrannt
es zeugte Haß und Mut.

Das Zauberwort Erneuerung
es wurde in uns schal
das Alte wird nicht wieder jung,
es stirbt in stummer Qual.

Der Rufer in der Wüste...

LOOSER

Und du fandest dieses Leben war bisher totaler Scheiß.
Völlig sinnlos all dein Streben, so viel Arbeit, so viel Schweiß.
Viele schöne leere Worte, davon wurdest du nicht satt,
die Erträge deiner Arbeit nahmen andre an deiner statt.

Baby you´re a looser, baby you´re a man.

Baby you´re a looser, baby you´re a man.

Heute fährst du große Wagen an der Seite schöner
Frau´n,
doch die Angst aus alten Tagen drückt dich wie ein schwerer
Traum.
Niemals wieder ein Verlierer, niemals wieder ärmlich sein,

du gebrauchst die Ellenbogen bist erfolgreich und gemein.

Chorus

Und du sagst dir: "Traue keinem!", denn das kann gefährlich
sein.
Leute, die ganz harmlos scheinen werden über 
Nacht zum Schwein.
Heut sind dir die Worte heilig: "Freundschaft hört 
beim Gelde auf!"
Niemand kann dich wirklich leiden, doch das nimmst 
du gern in kauf.

Chorus

Treten und getreten werden war jeher der Welten Lauf,
aber deine Menschenwürde hast du lange schon verkauft.
Hoch soll leben die Karriere und Gott Mammon obendrein
und die innerliche Leere soll dein Dauerzustand sein.

Chorus

WIDERSTAND

Jeden Morgen immer wieder,
hoere ich die alten Lieder,
grosse Stimmen laengst vergangener Zeit.
Frage mich: "Wie soll das enden,
wird das Blatt sich einmal wenden,
leb ich nur noch in Vergangenheit?"

Aus vorbei, lange her,

aus, vorbei,
eure Tour die zieht nicht mehr.

Lichtermeer Kerzen in aengstlicher Hand,
zu meinen es waere damit dann genug,
perfekt gesteuerte Trauer im Land,
haltet die Kerzen fuer diesen Betrug

Aus, vorbei...

Immer aufs Neue versuch ich zu leben,
die sorglose Zeit ist vorbei.
Will mich im Alltag nicht kampflos ergeben,
die Gleichgueltgkeit macht nicht frei.

Glaub nicht an Morgen, ich will schon das Heute.
Friedlich oder militant, wichtig ist der Widerstand.
Eure Tour die zieht nicht mehr.

Und das Geld, das Herz der Staedte

bringt uns immer mehr in Noete,
schachern, die Devise unsrer Zeit.
Der Betrug geht ueber alles,
ihr verfuehrt uns keines Falles.
Ruecken wir zusammen-kampfbereit!

Ref.:...

1933

Augen hinter Fensterglas, Schweigen liegt im Raum,
Münder bleiben offen steh´n, denn man glaubt es kaum.

Spannung knistert in der Luft, alle sind bereit.
Fäuste ballen sich um´s Glas, bis dann einer schreit:

"Spione im Cafe!" - "Spione im Cafe!"
"Spione im Cafe!" - "Spione im Cafe!"

Ramponierte Eleganz, oder blanke Not,
auch wer starke Nerven hat, der fängt an zu schrei´n:

"Spione im Cafe!" - "Spione im Cafe!"

Emigranten in Paris, Marseille und Prag und Wien,
im deutschen Reich war es Nacht, Mörder kamen an die Macht.
Tod und Terror überall, Leben in Gefahr,

ohne Heimat, ohne Geld, stört man auf der ganzen Welt.

Achtung! Achtung! Dies ist eine Razzia!
Verhalten sie sich ganz ruhig! Jeder bleibt an seinem Platz!
Halten sie ihre Papiere bereit! Wenn sich jemand der Kontrolle
zu entziehen versucht wird geschossen, wird geschossen,
wird geschossen, wird geschossen.

Chorus

DA WO MAN SINGT

Wasserwerfer durchfahren die Straßen,
es ist Razzia im Chaotenbezirk.
Bezahlte Killer machen Jagd auf dich,
doch einen Terroristen fängt man so leicht nicht.
Da wo man singt da laß dich ruhig nieder,

auf, nieder, auf, nieder, auf, nieder, auf nieder
Belagerungszustand in deiner Stadt,
es ist Großalerm im Krisengebiet,
bewaffnete Bullen sie sind hinter dir her,
aber sie kriegen dich niemals mehr.

Da wo man singt...

Du spürst noch den Knüppel in deinem Gesicht

und du sagtest so etwas passiert mir nie wieder.
Die knechte des Staates, sie sind hinter dir her,
daß waren schon viele, doch die leben nicht
mehr.

Da wo man singt...

DAS GEHT NIE VORBEI

Ödes Leben in den Städten,

jede Stadt voll Einsamkeit.
Bunt erstrahlen Neonlichter
über meiner schwarzen Angst.
Und mich jagen Mörderhunde,
denn sie sind auf Beutezug.
Jeden Abend neue Qualen,
jede Nacht, da fließt mein Blut.
Das geht nie vorbei,

das geht nie vorbei
und es wird mir einerlei

Sternenkind und Nordlandfahrer
bin ich in so mancher Nacht,
doch kein Traum war jemals Wahrheit,
wenn ich morgens früh erwacht.
Bin der weinende-Verfluchte,
der so voller Hoffnung war.

Was ich immer auch versuchte,
jedes Ding nur leidvoll war.

Das geht nie...

Bin der Wanderer im Tale,
der des Unglück´s Quelle trinkt,
die Seele voller Wundenmale,
dem im Leben nichts gelingt,

bin des Rudels grauer Wolf,
der einsam durch die Wälder streift,
dem die Stärke gar nichts half,
Haß im Herzen gärt und reift.

Das geht nie...

MEGAMASCHINE

Megamaschine
läuft volle Kraft,
sinnlos zu fragen,
wohin diese Reise geht.

Nur Visionen und kein Plan
es einmal anders zu probiern.

Sklavisches Dasein,
Maschinenmacht,
ein neuer Fetisch,
der tötet und Sinn bewegt.

Es drängt die Zeit,
der Abgrund naht,
Megamaschine

läuft rasender mit jedem Tag.

Ref.: 2x

Wohlstandsverführt
schon viel zu lang,
gut funktioniert,
und konsumiert,
Produkt der

Ignoranz
und nichts wird
werden wie es war.
Wer nimmt sich raus?
Wer ist dabei?
Wer widersteht?
Wer macht sich frei?

Megamaschinenzeit

läuft gegen die Natürlichkeit.
Systemkonform
voll integriert-
Mutantensaat,
die pervertiert,
die Drachensaat gedeiht,
in uns da lauert die Gefahr.
Wer stoppt die Macht?

Wer bremst das Geld,
rettet Leben,
rettet die Welt?

Sturz ins Chaos
die letzte Chance?
Das ist das Ende
der Gier, die den Geist verklebt.

Ref.: 2x

STRAHLENDE ZUKUNFT

Strahlend wird die Zukunft sein hat man uns erzählt.
Ja, ich weiß ich war noch klein, Jahre wenig auf der Welt.
Strahlend wird die Zukunft sein, höre ich noch heut,
geh´n wir am Atommüll ein, oder wie ist das gemeint?

Strahlend soll die Zukunft sein, gut wir werden seh´n,
ob wir wie ein Strahlemann lächelnd untergeh´n.
Wer noch einem Gott vertraut singe sein Gebet,
es könnte bald das Letzte sein, wenn´s so weiter geht.
 

Strahlend wird die Zukunft sein, heißt es alle Zeit.

Wer löst die Versprechen ein der Vergangenheit?
Morgen soll es besser sein, fraglich bleibt nur wie,
wer holt schon die Zukunft ein, man erreicht sie nie.

Glück und Ruh alle Zeit, Arbeit und Sicherheit,
Sicherheit, Glück und Ruh woran zweifelst du?

Ich werd das Gefühl nicht los, daß man uns bescheißt.

Explodieren könnte ich vor Wut, die mich zereist.
Morgen, morgen nur nicht ehut ich hab genug davon,
wenn wir nur malochen soll´n, dann woll´n wir auch
den Lohn.

Chorus

Strahlend wird die Zukunft sein, heißt es alle Zeit,
wer löst die Versprechen ein der Vergangenheit?

GNADENLOS

Immer im Leben wurde mir nur genommen,
niemals bekam ich einmal etwas zurück,
aber das soll niemanden länger bekommen,
nun ist es genug. Ab heute schlag ich zurück.

Im Leben, im Leben, da wird nichts vergeben,

für all unsre Qualen wird niemand bezahlen.

Keiner, nicht einer soll dem Zorne entkommen,
keiner von denen, die gemein zu mir war´n.
Ihr schleichendes Gift hat mich gefangengenommen,
es tötet allmählich, denn es wirkt mit
den Jahren.

Im Leben...

Es gibt einen Punkt, du wirst ihn sicher nicht kennen,
versuche es nie an ihn heranzugeh´n.
Du könntest dir leicht die zarten Finger verbrennen,
denn machst du mich wild ist es um dich gescheh´n.

Im Leben...

EIN LIED...

Ein Lied geht um die Welt,
ein Lied, daß euch gefällt.
Die Melodie erreicht die Sterne,
jeder von uns hört sie so gerne.

Von Liebe singt das Lied,
von Treue singt das Lied.

Und es wird nie verklingen,
man wird es ewig singen,
fliegt auch die Zeit -
das Lied bleibt ewigkeit...