* bisher unveröffentlicht

Aufnahmen und Mix "Fiedel" Zeitraum 88/89

Lineup:

Eugen Balanskat (voc),
Marcel Hofer (dr, voc),
Andreas Welfle (bg, voc),
Christoph Buntrock (git, voc)

Texte: Eugen Balanskat außer "ANDERS" Kupsch,
"DU STEHST VOR MIR"
Balanskat/Hofer

(C), (P) 1996 Rebel Rec./ SPV GmbH

HARTE ZEITEN

Wir suchen keinen Meister und brauchen kein Idol
gehn einfach uns´rer Wege und fragen nicht wohin
Verstaubte Ebenbilder seh´n uns mahnend an,
wir lachen nur darüber völlig kalt.

Hart ist jede neue Zeit, ganz besonders heut,
eh man sich entscheiden kann, da hat man´s schon bereut.
Niemand weiß wohin es geht, denn keiner kennt den Weg,

Chaos alle Tage lang, so lang die Welt besteht.

Sage nie das kann ich nicht, bin ein Kind aus dieser Zeit.
Sich besinnen heißt die Pflicht, bist du schon bereit?

Jahreweise Lust und Qual, so paradox das klingt,
erhalten unsern Lebensmut, obwohl das Schiff schon sinkt.
Mancher spürt die Zeichen schon vom Weltenuntergang,
die Natur sie schlägt zurück, geduldig war sie lang.

Chorus

Eben stürzen Häuser ein, Inseln frißt die Wellenflut,
Killerbienen schwärmen aus, die Natur geriet in Wut.

Wer noch überleben will verliere keine Zeit,
Mut zur Tat für Jedermann, dann endet dieser Streit.
Fort mit allem Größenwahn, der uns das Ende bringt,
fange jeder bei sich an, damit es noch gelingt.

Chorus

VERKANNTE WELT

Wenn du sagst: "Ich liebe dich.",
dann hast du keine Chance.
Ich weiß du belügst dich selbst.

Wenn du sagst: "Ich brauche dich.",
dann hast du keine Chance,
Ich weiß du belügst dich selbst

Ref: Ich weiß genau du kannst gar nichts dafür,
Ja ich weiß, du glaubst, wir spielen noch im Sand.
So rein wie du sollte unser Leben sein,
jedoch die Welt hast du total verkannt.

Wenn du an das Gute glaubst,
dann hast du keine Chance,
ich weiß du belügst dich selbst.

Wenn du anderen vertraust,
dann hast du keine Chance.
Ich weiß, du belügst dich selbst.

Ref.:

Du bist einfach nicht hart genug,
drum hast du keine Chance.
Ich weiß, du belügst dich selbst.
Wo du glaubst, seh ich Betrug,
und du hast keine Chance.
Ich weiß, du belügst dich selbst.

Ref.:


Wenn du glaubst, daß ich dich mag,
dann hast du keine Chance.
Ich weiß, du belügst dich selbst.
Ich verarsch dich jeden Tag,
und du hast keine Chance.
Ich weiß, du belügst dich selbst.

Ref.:

Was du willst, wird nie gescheh´n,
denn du hast keine Chance.
Ich weiß, du belügst dich selbst.

Vorwärts und nicht untergeh´n,
und du hast keine Chance.
Ich weiß du belügst dich selbst.

Ref.:

LOOSER

Und du fandest dieses Leben war bisher totaler Scheiß.
Völlig sinnlos all dein Streben, so viel Arbeit, 
so viel Schweiß.

Viele schöne leere Worte, davon wurdest du nicht satt,
die Erträge deiner Arbeit nahmen andre an deiner statt.

Baby you´re a looser, baby you´re a man.
Baby you´re a looser, baby you´re a man.

Heute fährst du große Wagen 
an der Seite schöner Frau´n,
doch die Angst aus alten Tagen drückt 
dich wie ein schwerer Traum.

Niemals wieder ein Verlierer, niemals wieder ärmlich sein,
du gebrauchst die Ellenbogen bist erfolgreich und gemein.

Chorus

Und du sagst dir: "Traue keinem!", 
denn das kann gefährlich sein.
Leute, die ganz harmlos scheinen 
werden über nacht zum Schwein.
Heut sind dir die Worte heilig: 
"Freundschaft hört beim Gelde auf!"
Niemand kann dich wirklich leiden, 
doch das nimmst du gern in kauf.

Chorus

Treten und getreten werden war jeher der Welten Lauf,
aber deine Menschenwürde hast du lange schon verkauft.
Hoch soll leben die Karriere und Gott Mammon obendrein
und die innerliche Leere soll dein Dauerzustand sein.


Chorus

 

DAS GOLDENE KALB

Ich bin allein, wen juckt das schon
und suche die, die ich wohl niemals finden kann.
Ich weiß ich bin ein Hundesohn,
jedoch alleine sein woll´n weder Weib noch Mann.
Die schönen Frau´n geh´n stolz vorbei,
wenn sie die Lust in geilen Männerblicken seh´n

Ich laß sie zieh´n, ganz einerlei
die Weiber werd ich sowieso niemals versteh´n

Sehn mich nach dir, welch eine Qual
und saufe oft, damit ich das ertragen kann.
Aus Lebensgier leb ich banal,
ich leide täglich und bin selber schuld daran.
Ein wenig Sex ist ja ganz schön,
doch dafür werde ich niemals zum Hampelmann,
und bin ich geil, sag ich es laut,
weil ich das Süßholzraspeln weder will noch kann.


Es tanzt die Welt um´s goldene Kalb,
und auf dem Sockel steht ein Weib und lacht dazu.
Doch auch ein Kalb wird einmal groß
und übrig bleibt dann eine fette alte Kuh.
Will meinen Spaß, so soll es sein,
für Lebensernt ist mir das Leben viel zu kurz.
Von Schwermut werd ich mich befrei´n,
darauf ein Prosit und nen kräftig-lauten Furz

SCHREIE

He du, gib auf dich acht! Zu schnell kann es gescheh´n,
sie holen dich mitten in der Nacht, 
und keiner wird etwas seh´n.

Wenn sie kommen, dann schrei!
Wenn sie kommen, dann schrei!
Wenn sie kommen, dann schrei es raus!

He du, sie lauern überall, niemand erfährt warum.
Warte nicht auf den Überfall, warten bringt dich noch um.

Chorus

He du, man hört die Stiefel schon, 
geh doch, die Change besteht.
Jemand kassiert den Judaslohn, wehr dich, so lang es geht.


Chorus

Chorus

1933

Augen hinter Fensterglas, Schweigen liegt im Raum,
Münder bleiben offen steh´n, denn man glaubt es kaum.

Spannung knistert in der Luft, alle sind bereit.
Fäuste ballen sich um´s Glas, bis dann einer schreit:

"Spione im Cafe!" - "Spione im Cafe!"
"Spione im Cafe!" - "Spione im Cafe!"

Ramponierte Eleganz, oder blanke Not,
auch wer starke Nerven hat, der fängt an zu schrei´n:


"Spione im Cafe!" - "Spione im Cafe!"

Emigranten in Paris, Marseille und Prag und Wien,
im deutschen Reich war es Nacht, Mörder kamen an die Macht.
Tod und Terror überall, Leben in Gefahr,
ohne Heimat, ohne Geld, stört man auf der ganzen Welt.

Achtung! Achtung! Dies ist eine Razzia!
Verhalten sie sich ganz ruhig! Jeder bleibt an seinem Platz!
Halten sie ihre Papiere bereit! Wenn sich jemand der Kontrolle
zu entziehen versucht wird geschossen, wird geschossen,
wird geschossen, wird geschossen.

Chorus

PROTEST

Ändere was du verändern willst,
du mußt dich schon selber dreh´n, oder geh´n
Oder bist du so perfekt gedrillt,
kannst nur noch beiseite steh´n?

Schrei heraus wenn du verschweigen sollst,
was dir auf der Seele brennt,
ein Problem das wird erst anerkannt,
wenn man es auch laut benennt.

Ja du weißt, es war schon immer so,
doch so soll´s nicht immer sein, nie mehr sein,

in der Schule, später im Büro,
überall steckst du nur ein.

Vater rät, sei gescheit,
mach dich klein, spar dir Leid,
denn die Zeit steht nicht still,
sie bewirkt was man will.

Frage dich, was kann ich selber tun,
und du bleibst nicht lang allein.
Warte nicht, bis sich ein andrer regt,
dein Protest ist allgemein.

STRAHLENDE ZUKUNFT

Strahlend wird die Zukunft sein hat man uns erzählt.

Ja, ich weiß ich war noch klein, Jahre wenig auf der Welt.
Strahlend wird die Zukunft sein, höre ich noch heut,
geh´n wir am Atommüll ein, oder wie ist das gemeint?

Strahlend soll die Zukunft sein, gut wir werden seh´n,
ob wir wie ein Strahlemann lächelnd untergeh´n.
Wer noch einem Gott vertraut singe sein Gebet,
es könnte bald das Letzte sein, wenn´s so weiter geht.

 

Strahlend wird die Zukunft sein, heißt es alle Zeit.
Wer löst die Versprechen ein der Vergangenheit?
Morgen soll es besser sein, fraglich bleibt nur wie,
wer holt schon die Zukunft ein, man erreicht sie nie.

Glück und Ruh alle Zeit, Arbeit und Sicherheit,
Sicherheit, Glück und Ruh woran zweifelst du?

Ich werd das Gefühl nicht los, daß man uns bescheißt.

Explodieren könnte ich vor Wut, die mich zereist.
Morgen, morgen nur nicht ehut ich hab genug davon,
wenn wir nur malochen soll´n, dann woll´n wir auch den
Lohn.

Chorus

Strahlend wird die Zukunft sein, heißt es alle Zeit,
wer löst die Versprechen ein der Vergangenheit?

DU STEHST VOR MIR

Du stehst vor mir,
und ich hab keine Chance.
Du starrst mich an,

und ich habe Angst.
Du willst mich quälen,
du bist voller Gewalt,
deine Augen sind leer und kalt.
Du stehst vor mir,
und ich hab keine Chance.

Du willst, du willst,
draufhaun immer drauf
draufhaun, einfach drauf.

Du stehst vor mir,
und ich frage mich, wozu
lebt so etwas,
eine Bestie wie du,
Kampfmaschine
mit einem Kopf ohne Hirn,
sinnenthoben,

nur zum Töten gebor´n.
Du stehst vor mir,
und ich hab keine Chance.

Ref.: Geh nie den letzten Weg,
es gibt schon soviel Gewalt.
Geh nie den letzten Weg,
der ins Verderben führt.

Du stehst vor mir,
und ich denke daran,
irgendwie
fängt es immer so an.
Dir fehlt Liebe,
darum bist du gemein,

liebenswerter
wirst du so niemals sein.
Du stehst vor mir,
und du wiederst mich an.

Ref.:

ALLEIN

Möcht an deiner Seite leben,
nicht nur in der Winternacht,
will zum Menschen mich erheben,
der am Abend was vollbracht.

Möchte mich sanft an dich schmiegen,
daß ich nicht nur Kälte spür.

Möcht, wenn du willst, bei dir liegen,
daß ich nicht bei Nacht erfrier.

Ref.: Du weißt es ganz genau,
jeder stirbt für sich allein,
scheibchenweise oder laut,
in einer Kältezeit,
da ist keiner gern allein,
Einsamkeit kann tödlich sein.

Brauch dich, um mich zu entfalten,
in dem Elend dieser Welt,

um das Leben zu behalten,
wenn mich Traurigkeit befällt.

Will mich nicht nur nach der sehnen,
weil es alle Kraft verbrennt,
an´s Alleinesein gewöhnen
kann ja niemand sich am End.

Ref.:

In dem Reich der Einsamkeiten
bin ich beinah wie zu Haus
hilf den Blinden zu geleiten,
selber find ich nicht hinaus.

All den Zauber meiner Seele
halt ich nur für dich bereit.

Komm, daß ich mich nicht mehr quäle,
es ist lange an der Zeit.

Ref.:

DEADMANSTOWN

Baby, Baby meine Sonne
leuchtet doch schon lang nicht mehr,
schwarz erstrahlt mein Stern am Himmel,
ausgebrannt und sinnenleer.

Lebensfreude hab ich keine,
Lebenslust, die kenn ich nicht,
meine Wege voller Steine,
doch zu Fall bringt mich das nicht.


Ich leb in deadmanstown
irgendwo am Arsch der Welt,
jeder Tag ein neuer Kampf,
der mich aufrecht hält

Schreie hallen durch die Nächte,
Zeichen unserer Seelenqual,
keiner kann das was er möchte,
aber ihr, ihr könnt uns mal.

Chorus

Keiner will Veränderungen
aus der Etabliertenschicht,
doch die hoffnunsvollen Jungen

streben auf zum Licht.

Chorus

Schwarz erstrahlen unsere Sterne,
purpurfarbenes Morgenrot
leuchtet schwach aus naher Ferne,
Leben heuchelnd, oder Tod

Chorus

BERLIN 1

Es liegt ein Fluch auf dieser Stadt,
wer dort nicht lebt, wird´s kaum versteh´n.
Weil man sie einst geteilt hat,
ist sie zur Hälfte nur zu seh´n.


Ihr alter Glanz ist lang erblaßt,
sie war der Lebensnerv der Welt,
Sie war geliebt, sie war gehaßt,
wenn das auch heute nichts mehr zählt.

Ref: Oh Berlin, Metropole, die verfällt,
in Berlin, da schlug einmal das Herz der Welt.

Sie war so schön, so legendär,
sie war ein Tanz auf dem Vulkan.
Das ist vorbei und lange her,
weil ein Diktator Macht bekam.

Es geht ein Riß durch diese Stadt,

der zieht sich durch die ganze Welt.
Jedoch ihr Ruhm lebt immer fort,
weil man noch heut davon erzählt.

Ref.:

Es geht ein Riß durch diese Stadt,
und der ist nicht zu überseh´n.
Weil man sie so geschändet hat,
ist sie heut nur noch halb so schön.

ALLRIGHT MY BOYS

Als die Frauenwelt ihn garnicht mehr erregte,
hat er sich endlich einen Jungen zugelegt,
der ging an's Herz und war auch was für den Verstand,
die groáe Liebe glaubte er in seiner Hand

Allright, allright my boys
Allright, allright my boys

Und nicht ein gutes Wort bekam er von dir,
er lag auf Knien und haßtest ihn dafür,
irgendwann versiebte dann die Liebeslust,
jeder schob nur seinen sexuellen Frust

Chorus

Eine Liebe von Mann zu Mann

ist der Unwelt immer noch fremd.
Wo endet Freundschaft, wo fängt die Liebe an?
Sage keiner, daß er die Grenzen kennt.

Chorus

Konventionen werden zur Last,
wenn sie der Ehrlichkeit im Wege steh'n
zeig die Gefühle, die du für den Ander'n hast,
wenn auch die Spieáer die Köpfe dreh'n

Chorus

Zwei gehen durch den Park,

sie laufen Hand in Hand,
in Liebe zugetan,
ein Mann dem anderen Mann.

Chorus

Chorus

ANDERS

Für die Eine bin ich zu jung und für die Andere viel zu alt,
ja dann bin ich mal zu heiß und dann bin ich wieder viel zu kalt.

Ja wenn ich anders, anders, anders,
anders, anders, anders, anders wär,

Ja wenn ich anders, anders, anders,
anders, anders, anders, anders wär,
dann wär das Leben, Leben, Leben, Leben,
Leben, Leben, Leben nicht so schwer.

Manche Mädchen wollen große Autos,
doch meine Kohle reichen nicht.
Ich hab nur ne ganz kleine Karre,
und damit bin ich das allerletzte Licht.

Chorus

Einmal ließ ich mir ne Matte steh´n,
einmal Igel doch das kam nicht an.
Einmal färbte ich mir die Haare grün,
einmal gelb, einmal blau doch das

fand sie garnicht schau

Chorus

Doch im Grunde ist mir alles scheißegal, sie sie groß oder
klein,
dick, mittig, oder schmal.
Ich laß die ganze Sucherei ein für allemal sein, und macht
mich eine an,
bin ich erst mal der kalte Stein.

Chorus

O.T.

Ich glaub an keinen Gott, ich glaub nicht an das Geld,

ich weiss nur, das ich Einsam bin, und daß mir etwas fehlt.
Will keine Zigaretten nicht Kultur nicht Alkohol,
doch damit sagen alle Leute fuehlt man sich erst wohl.

Es kann ja sein, was weiss denn ich,
mir ist schon alles ganz egal.
Es kann ja sein, was weiss denn ich,
mir ist schon alles ganz egal.

Ich glaub nicht an heute, ich glaub nicht an dich,
Ich glaub nicht an die Zukunft und hab sie sicherlich.

Chorus

Ich will nicht in die Ferne, will nicht zu hause sein,
kaum einer kann mich leiden und oft leb ich allein.
Meistens bin ich schwierig, die Frauen meiden mich
und ob sich das noch aendert, ich glaube daran nicht

Chorus

Ich halte nichts vom Leben, ich halte nichts von mir,
die meisten Menschen nerven mich, was kann ich denn dafuer

So muss es sein, was weiss denn ich,
mir ist schon alles ganz egal.
In mir ist soviel Leere, vielleicht erstick ich bald,
was anderen Leuten Freude macht,
dass laesst mich alles kalt.
Ich leb nicht gern in Staedten,
will auf dem Land nicht sein,
und wie das alles enden soll
vielleicht faellt mir's noch ein.

Chorus

Die Zeiten sind chaotisch und meine Seele friert,
ich hoffe jeden Tag darauf, dass sich das aendern wird.

Chorus

TAGE 1

So mancher Tag geht wie ein Film vorbei,
man läßt sich treiben, greift nur selten ein.
Und ignoriert so manche Schweinerei,
die Rechnung zahlt man hinterher allein.


So mancher Tag ist wie ein böser Traum,
der dich zerstörerisch gefangenhält,
und Wunden, die er schlägt, bemerkst du kaum,
du hälst dich für den Nabel dieser Welt.

Ja manche Tage sind so trübsalvoll,
schon beim erwachen eine Höllenqual.
Man fragt sich manchmal was das ganze soll,
und jede Pflicht wird einem sehr egal.

Der Drang zum Überleben bleibt besteh´n,

auch wenn man hin und wieder nicht mehr will,
denn der Verstand setzt immer wieder ein,
und man beendet dann den Overkill.

Die Tage sind nicht immer würdevoll,
die Macht liegt häufig in der Falschen Hand.
Nach wessen Willen soll die Welt sich dreh´n?
Zu oft regiert der pure Unverstand.

Wir sind am Leben, woll´n es weiter sein,
die Tage kommen, bis wir mal vergeh´n.
Wir ignorieren viele Schweinerei´n,
die Ignoranz macht sie nicht ungescheh´n.


SCHMERZ

Du sagst: "Ich liebe Dich."
mein schönes Mädchen,
was ist in Wahrheit denn wirklich daran?
Was wird aus dem Gefühl,
hängt plötzlich alles,
dein ganzes Schicksal, das Leben daran?

Ref.: Sweet little baby, begreife den Schmerz

Wem kann man denn vertrau´n

in dunklen Zeiten?
Die besten Freunde begehen Verrat.
Willst du gefahrenlos den Tag bestreiten,
dann sei doch ehrlich und hau einfach ab.

Ref.:

So viele starben schon vor ihrer Zeit,
keiner soll Handlanger sein.
Nur wer sein Leben zu wagen bereit,
geh einen Liebesbund ein.
 

Du sagst: "Ich liebe dich.",
mein schönes Mädchen,
was ist in Wahrheit den wirklich daran?

Die Stunde der Gefahr ist ohne Lüge,

sie zeigt der Menschen wahrhaftes Gesicht.
Selbstlosigkeit allein, sie kann beweisen,
ob du ein Mensch bist, oder ob nicht.

Ref.:

Du sagst...

NAMENLOS

Wenn du nur eine Akte bist,
ist die Menschlichkeit passe´,
abgestempelt auf Lebenszeit,
von behördlicher Unfehlbarkeit.

Alle Daten gründlich erfaßt,

Schulzeit, Lehre, Fahne, Knast.
Soviel Leumund klebt an dir,
moderner Mensch aus Papier.

Überleben muß man versteh´n,
die Welt ist grausam, kalt und schön,
willst nie mit dem Rücken zur Wand,
nur Heimat haben in diesem Land.

Verloren ging vor langer Zeit
deine Persönlichkeit.
Überleben muß man versteh´n,

die Welt ist grausam, kalt und schön.

DRUSHBA

Du weißt nichts dreht sich von allein,
man muß schon Initiator sein,
und hast du Angst, und bist du schwach,
dann denk doch noch mal drüber nach.

Forget it, forget it.

Raketen stehen schußbereit,
zum Überleben bleibt

uns nicht mehr sehr viel Zeit.
Das Ende ist vielleicht nicht weit.
Wollt ihr denn das
schon wieder mal nicht seh´n?

Wir können nicht geduldig sein,
lullt uns doch nicht
mit vielen schönen Worten ein.
Es muß nun endlich was gescheh´n,
wir wollen wieder einmal Taten seh´n.

Aber ihr schwelt in vergangener Zeit,

in ihrer friedlichen Ruh.
Alle Romantik ist längst überholt,
aber das gebt ihr nicht zu.

Alle Welt verändert sich,
doch gerade das, oh nein, das wollt ihr nicht.
Selbstbetrug, der bald zerbricht
an dieser Sache ist wohl etwas faul.

Tief in der Sowjetunion,
da lebt ein neuer großer Heldensohn,
der bricht die alten Krusten auf,
Entwicklung ist heut wieder angesagt.

Gruß an die Sowjetunion,

da lebt ein neuer großer Heldensohn,
der bricht die alten Krusten auf,
Entwicklung ist heut wieder angesagt.

Gruß in die Sowjetunion,
Hoffnungsträger dieser Zeit.
Gruß in die Sowjetunion,
die veränderungsbereit.

Und auch der, der nicht versteht,
spürt, die Zeiten ändern sich,

weil sich wieder was bewegt,
für dich und mich, für uns.

Ref.:

BESINNUNG

Sag nicht: "Ich bin dafür", denn dann liegt auch Schuld bei dir.
Sag nicht: "Ich bin dafür", wenn du nicht selber willst.
Glaub mir, du bist zu brav. Wer erweckt dich aus dem Schlaf?
Vorsicht! Du wirst ein Schaf, daß nur noch frist und scheißt.


Denn der Mensch er lebt nicht nur vom Brot allein,
Arbeit, Wohnen, Essen und das soll schon alles sein?

Schaff der Gemütlichkeit und verblöde mit der Zeit.
Strebe nach Sicherheit wovor hast du den Angst?
Leben heißt auch Gefahr, du wirst fetter Jahr um Jahr.
Wird dir den niemals klar, daß du ein Arschloch bist?

Chorus

Schläge die nimmst du hin, wie dein feistes Doppelkinn.
Leben völlig ohne Sinn ist für dich kein Verdruß.

Hörig bist du ja schon, Leben nach Politsaison,
und ein braver Bürgersohn macht das war er muß.

Die Politiker können dich leiden, weil du genehm bist.
Die Politiker sind nett zu dir, Du gehst völlig konform.
Zweifel am System soll man vermeiden, weil das nicht gut tut.
Wer die Faust erhebt wird sie erleiden, wenn es zu spät ist.

Sag nicht: "Ich bin dafür", denn dann liegt auch Schuld bei dir.
Sag nicht: "Ich bin dafür", wenn du nicht selber willst.
Komm sei nicht länger brav, wir reißen dich aus deinem Schlaf.

Oder bleibst du lieber Schaf, daß nur noch frist und scheißt?

Chorus

Weg mit der Gemütlichkeit, jetzt kommt eine neue Zeit.
Aufbruch! Wir sind bereit und haben keine Angst.
Leben heißt auch Gefahr, raff dich auf noch heut sogar,
und dann wird dir endlich klar, dies ist eine Chance!

WHAT CAN I DO

Will nicht zur Arbeit geh´n, zu hause ist es schön,

will nicht mehr freundlich sein denn ihr seid nur gemein,
will leben bis zum Tod, ganz ohne Geldesnot,
so viel ist mir verhaßt, hab schon zuviel verpaßt.

What can I do? - What can I do? - What can I do?

Du weißt ich liebe mich, ich weiß du liebst nur dich,
ich bin allein mit mir, du bist allein mit dir,
nun ist es an der Zeit, daß endlich was passiert,
hör mit dem Warten auf, das unerträglich wird.


What can I do? - What can I do? - What can I do for you?

Elend überall auf diesem Erdenball,
man will allein besteh´n und weiß, das wird nicht geh´n,
und das gelobte Land ist mir so scheißegal,
wir träumen lebenslang, die Lüge wird zur Qual.

What can I do? - What can I do? - What can I do?

What can I do? - What can I do? - What can I do for you?

UNMUT

Nein, ich werd es niemals lassem,
meinen Unmut rauszuschrei´n.
Was wir lieben, was wir hassen
soll nicht in uns begraben sein.

Und werd ich auch nichts erreichen,
bist die Welt in Flammen steht,
niemals will ich jenen gleichen,
der nur für sich selber lebt.

Älter wird man automatisch,
weil das Leben ständig weitergeht.
Bewahr die Power, werde nie apathisch,
wer sich aufgibt, der vergeht.

Welten drehen sich um Sonnen,
und der Geist im Universum kreist.

Wenn die Lebenszeit verronne,
bleibt erhalten was man weiß.

Sphärenklänge überall,
teil sind wir dieser Sinfonie,
und krepiert der ganze Erdenball,
ist im Arsch die Harmonie.
Doch so lange werd ich es nicht lassen,
meinen Unmut rauszuschrei´n.
Was wir lieben, was wir hassen,
soll nicht wie wir begraben sein.

Pierre und Luce

Der Himmel war so blau, ein herlich milder Tag,
Paris im Winderkleid, zu schön um wahr zu sein.

Ein Schuß zerriß die Luft, der Feind war tief
im Land,
der Krieg im vierten Jahr, die Welt im ersten Brand.

Bombenterror aus der Luft, und alle wollten schnell entflieh´n,

abgetaucht im Untergrund, da sah er sie und sie sah ihn.

Pierre und Luce die wollten doch nur glücklich sein,
Pierre und Luce der Krieg ließ ihnen keine Zeit.

Explosionen und Geschrei, da nahm er angstvoll ihre Hand,
wenig später, alles vorbei, er sah nur noch wie
sie entschwand.

Chorus

Als er sie dann wieder sah, brach sich die Liebe wortreich
Bahn.
Beide waren sich so nah, doch Kinder noch, nicht Frau
nicht Mann.

Chorus

Sie wollten sich erstmals einen, es wurde aber nichts
mehr daraus.
Todesvögel warfen ihre Last und eine Bombe, sie
traf das Haus.

Chorus

KUMMER

Werd ich vor Trägheit fett,
wie eine alte Sau,
eines weiß ich immerhin ganz genau,
unbedenklich kann man unansehnlich sein,
aber niemals ohne Geld, oh nein!

Jeder trägt die Haut zum Markt
so teuer er kann,

pervertiert das ganze Leben,
wer ist Schuld daran?
Geld, das soll dem Glück
nicht weiter förderlich sein,
hat man aber keines,
geht man jämmerlich ein.

Wir werden auf die Welt geschissen
um als Mensch zu sein,
doch täglich neue Frustrationen
kriegen uns bald klein.
Oft sauf ich einfach weg,
was wie ein Felsblock auf mir liegt,
ertrag das Leben nur noch dann,

wenn ich ihm ganz entrückt.

GROßSTADT

Nachtbetrieb bei bunten Lichtern,
Straßenlärm, der bald verebbt,
Aggresion auf den Gesichtern,
Wunden, die kein Pflaster klebt,
in der Großstadteinsamkeit
sind wir stets konflikbereit.

Ref.: Die Stadt macht krank
 

Alte Frau´n auf jung getrimmt,
kalte Lederleichentypen,
alle sind nur auf den Beinen,
auf der Suche nach dem Einen.
Nenn es Liebe, nenn es Glück,
finden wirst du trotzdem nichts.

Ref.:

Alte Säufer an der Bar,
schöne Frau´n für schweres Geld,
Abenteuer und Gefahr,

alles außer Ehrlichkeit.

Ref.:

DADA IN BERLIN

Wieland Herzefelde,
Richard, Georg und John,
1920 in Berlin.
"Die Kunst ist tot !",
so riefen sie aus,
sie suchen einen neuen Ismus,
DaDa kam heraus.

Ref: DaDa, DaDa in Berlin...

DaDa war Protest
gegen jede Konvention,
in Kunst und Politik,

in jeglicher Region,
denn alles was erstarrte,
das war bekämpfenswert,
der Bürger voll Behaglichkeit
wurde aufgestört.

Chorus

Wie es damals war,
so konnte es nicht bleiben.
Sie wollten die Gesellschaft
zersetzend vorwärtstreiben.
DaDa war politisch,
war revolutionär,

doch nach ein paar Jahre,
gab´s davon nichts mehr.

Chorus

"Hände weg von der heiligen Kunst !",
riefen alle Gegner des DaDaismus,
Hände weg von der heiligen Kunst,
in der Weimarer Zeit
roch es schon nach Faschismus

Chorus

JAJAJA

Immer treu und redlich sein,
dann kann auch nicht sehr viel gescheh´n.

Kräfte messende Gewalten,
alles wirst du übersteh´n.
Laß den Mantel windwärts flattern,
wieg dein Glück in Sicherheit,
schneckenaufrecht ist dein Gang,
schon dreitausend Jahre lang.

Kann der Wind sich dreh´n? Jaja!
In´s Gesicht ihm weh´n? Jaja!
Kann Gefahr entsteh´n? Jaja!

Wird er windwärts geh´n? Ja! Jajaja, jajaja!

Landparzelle und Kanickel, da erwacht die Seeligkeit,
Kindersegen, stille Liebe, ruhe sanft in Ewigkeit.
Friede, Freude, Eierkuchen wer nicht lebt, bleibt immer tot.
In der Stickluft solcher Welten, mensch, da packt mich Atemnot

Chorus

Großes macht ihr für Kloaken, andres produziert ihr nicht.
Die Verrenkung eurer Seeln steht im feisten Angesicht.
Dummheit ist nicht totzukriegen, spießig geht die Welt zur Ruh,
alles Reden Magenwinde, Hoffnung stirbt bald völlig aus.

Chorus


So Viele wollen mit dem Arsch an die Wand,
Schleimer und Kriecher gibt´s in jedem Land.
Die erste Bürgerpflicht sind Ordnung und Ruh,
schlaf gut und mach die Augen nur fest zu.

Immer treu und redlich sein,
dann kann auch nicht sehr viel gescheh´n.
Kräftemessende Gewalten,
alles wirst du übersteh´n.
Laß den Mantel windwärts flattern, wieg dein Glück
in Sicherheit,

schneckenaufrecht ist den Gang, schon dreitausend Jahre lang.